Impressum

Criesbach vor 100 Jahren

Eine anschauliche Gesamtschilderung des Dorfes und seiner Verhältnisse finden wir in der Oberamtsbeschreibung von 1883:

Criesbach, Gemeinde III. Klasse, evangelische Filiale von Ingelfingen mit 481 Einwohnern, worunter ein Katholischer, Filial von Nagelsberg. ... In weitem Bogen zieht der Kocher an der weingrünen Bergwand der nördlichen Höhen hin. Die Talsohle bildet ein frisches, liebliches Wiesental, die rauhen Halden des südlichen Ufers sind mit einem Kranz von Wäldern gekrönt. die Lage von Criesbach, wie das Dorf selbst mit seinen meist kleinen Häusern, erinnert an einzelne Gegenden des herrlichen Neckartales. Das Dorf zieht an den Rebengeländen in die Höhe. Die Anlage ist, abgesehen von den Häusern an der Hauptstraße, etwas unregelmäßig. Die Häuser sind einstöckig, größtenteils von Fachwerk und weiß getüncht und durchaus mit Ziegeldächern versehen... ...Das ganze Dorf trägt den Charakter eines weniger wohlhabenden Weinortes, ... ... Die Einwohner sind fleißig und ausdauernd in ihrem leider nicht allzu lohnenden Weinbau, von mittlerer Konstitution, aber kräftig. Die häufigste Krankheiten sind Lungenentzündungen. Die Haupterwerbsquellen sind in erster Linie Weinbau, dann Feldbau und Viehzucht. Der Weinbau ist sehr ausgedehnt. ....

Auf diesem Entwicklungsstand blieb es bis zum Ende des II Weltkriegs, welches wie in allen anderen Orten die Sprengung der schönen steinernen Kocherbrücke mit sich brachte. Weitere Kriegsschäden an Gebäuden waren nicht zu verbuchen. Viele Criesbacher Männer ließen ihr Leben in den beiden Weltkriegen wie andernorts auch.