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Die Saline Criesbach

Trotz des rein bäuerlichen Gepräges sind mehrfach seitens der Herren von Hohenlohe immer wieder Unternehmungen begonnen worden, das Kochertal bereits Ende des 16 Jahrhunderts zu industrialisieren. Es wurden drei Versuche unternommen, in Criesbach eine Saline aufzubauen.

1593 kaufte Hyronimus Karlin, Bürger zu Augsburg für 25 Jahre 5 Morgen Feld für 385 fl. Das Salzgewerk hätte den dritten Teil des Ertrag an die Herrschaft abzuführen und jährlich 10 Malter Salz zum Sulzen in die Hermersberger Wildfuhr zu liefern. Der Standort ist urkundlich nicht erwähnt ist aber aus der Hospin-Karte zu entnehmen. Die auf der Karte nachgetragene Steinbrücke entspricht wahrscheinlich der heute noch bestehenden schönen Steinbrücke. Für frühere Zeiten ist sie nur verständlich, wenn man vom Dorf über sie zur Saline fuhr - für Bauerngefährte hätte eine Furt genügt. Direkt im Anschluß an die Brücke erstreckt sich ein Ackergewann namen "Salzplättle", hier befindet sich mittlerweile der Parkplatz der Fa Gemü.

Es ist wahrscheinlich und geologisch durchaus möglich, daß Karlin einen eigenen Brunnen gegraben hat. Die Nutzung von Niedernhaller Sole wäre ansonsten erwähnt worden. Unter der Talführung steht Oberer Buntsandstein an, der durchweg mineralwasserhaltig ist.

Diese "alte Salzsul" hatte nur wenige Jahre bestand. Um 1607 übernahmen Kreß und Genossen die Salzgewinnung. Diese nutzten nun die gehaltvollere Niedernhaller Sole. Die mittlerweile eingesetzte Wasserkraft reichte wohl aus, Sole aus dem Schacht zu fördern nicht aber so weit oder hoch hinauf bis zum bisherigen Standort der Saline. Es wurde das "New Salzwerckh" gerade noch auf Criesbacher Markung am Kocher gen Niedernhall errichtet. Auch hier mußte die Sole zum Anreichern mit Schapfen oder Eimern manuell über "Läpperwerke" geschüttet, "geläppert" werden.

Zwischen 1795 und 1797 wurde der "dritte oder Glenk'sche Plan" erwogen, in Criesbach eine moderne Saline zu erbauen. Die Planung wurde von dem Günstling Johann Georg Glenk des Erbprinzen Friedrich Ludwig von Hohenlohe - Ingelfingen getätigt. Angesichts der desolaten finanziellen Situation des Fürsten handelte es sich um einen tollkühnen Plan. die Saline sollte sich mit ihren Gradierwerken (über 1000 Fuß Länge , etwa 300 m) quer durch das Tal an seiner breitesten Stelle auf Criesbacher Markung rechts des Kochers gen Niedernhall erstrecken. Die den Winden offene Lage sei für die Gradierung der Sole der beste Ort weit und breit. Man könnte von diesem östlichen Orte aus der Haller Konkurrenz einen Riegel vorschieben. Als Bauaufwand für das Werk, Gebäude, Wasserräder, Siedehäusern,... wurden 290 000 fl angegeben, für einen neuen Salzbrunnen außerdem 20 733 fl. Die jährlichen Einnahmen sollen 67 466 fl, die Ausgaben samt Amortisation 37 216 betragen. Wenn das Werk nach 24 Jahren frei sei, könne die Jahreseinnahme 45 686 fl betragen.

Das Salinenwerk ist nie gebaut worden - wo hätte das Ländchen Hohelohe - Ingelfingen diese riesigen Summen herbekommen sollen.

Von der zweiten Saline wurden beim Bau der Lagerhalle der Fa BTI beeindruckende Reste der Grundmauern an der Markungsgrenze nach Niedernhall hin gefunden. Hierauf war nach Beendigung der Salinentätigkeit ein Gartenhaus errichtet worden, aus dessen Gärten vermutlich die Hofhaltung des "Schloßherren" in Ingelfingen versorgt wurde. In trockenen Jahren zeichnete sich der Verlauf der Mauerreste im Boden deutlich in der Vegitation ab und kann vom Criesbacher Sattel aus betrachtet werden.